Impressionen

Übung der Kinderfeuerwehr

Nachwuchs probt den Ernstfall

In Reih und Glied stehen die Jungen und Mädchen der Kinderfeuerwehr vor der geöffneten Eingangstür des Hauses an der Raiffeisenstraße. Fast können sie es nicht abwarten, hineingehen zu dürfen. „Wir sind dran“, freut sich Mats, als es endlich soweit ist.

Im Inneren erwartet die 31 Mitglieder der Kinderfeuerwehr am Dienstag ein Szenario, mit dem auch die Mitglieder des Feuerwehrlöschzuges Hoetmar in einem realen Einsatzfall konfrontiert sein könnten. Ein Tannenbaum hat Feuer gefangen, zwei Räume im Erdgeschoss sind komplett verqualmt, die Rauchmelder piepsen. „Die Bewohner haben sich retten können“, erklärt Kinderfeuerwehrleiterin Marina Austerhoff ihren Schützlingen. „Wir müssen jetzt löschen.“

Bevor es losging, erklärte die Leiterin der Kinderfeuerwehr, Marina Austerhoff (Mitte), den Mädchen

und Jungen, was sie bei der Übung im Haus an der Raiffeisenstraße erwartete.

Und so warten die Kinder in Zweiergruppen darauf, bis sie in die mit Disconebel verqualmten Räume krabbeln dürfen. „Unten am Boden sieht man mehr als weiter oben“, erklärt Austerhoff. Aber auch in Bodennähe schränkt der Nebel den Blick der Kinder ordentlich ein. Mit ihren Taschenlampen entdeckt der Feuerwehrnachwuchs dennoch einiges. Nelly und Lilly haben Stühle gefunden und auch einen Feuerlöscher. Menschen haben sie nicht entdeckt. „Wir wussten ja, dass wir nicht nach Personen suchen“, erzählt Nelly. Und der Rauch? „Ich bin vor einen Stuhl gelaufen“, schildert Arne seine Erfahrungen. Und Nelly ergänzt: „Man bekommt fast keine Luft mehr.“ Zum Glück ist der Disconebel ungefährlich. „Wenn es wirklich brennt, tut der Rauch in der Lunge weh“, erklärt Josef Recker den Kindern. Auch deshalb tragen die Feuerwehrleute bei einem echten Brand Atemschutzgeräte.

Für den Löschangriff mussten die Schläuche vom Tanklöschfahrzeug bis zur Brandstelle verlegt werden.

Dabei waren die Kinder mit viel Engagement bei der Sache.

Im Einsatz erleben konnten die Kinderfeuerwehrleute auch die Wärmebildkamera. Trotz des vielen Rauches konnten sie auf dem Kamerabildschirm genau erkennen, wo andere Kinder oder Erwachsene waren. „Cool“, entfuhr es dem Feuerwehr-Nachwuchs da nicht nur einmal.
Bei der Angriffsübung der Kinderfeuerwehr galt es für die 31 Kinder im Alter ab sechs Jahren allerdings nicht nur, verrauchte Räume zu erkunden. Sie bauten auch einen Löschangriff auf, schlossen mit der Hilfe der erwachsenen Kameraden die Feuerwehrschläuche am Tanklöschfahrzeug an, integrierten einen Verteiler und hatten schließlich mehrere D-Rohre, mit denen sie Wasser auf das Feuer im Garten des Hauses spritzen konnten. Eine Aufgabe, die den Jungen und Mädchen sichtlich Spaß bereitete, die aber auch den Einsatzalltag der Feuerwehr widerspiegelte.

Auf der Wärmebildkamera waren die Kinder auch in den verrauchten Räumen gut zu erkennen. Wasser marsch! Das Löschen machte besonders viel Spaß.



32 Sekunden Feuer

Zu beobachten, wie schnell Weihnachtsbäume in Flammen aufgehen können, bildete den Abschluss der spannenden Kinderfeuerwehr-Gruppenstunde. Nur kurz hatte Manfred Austerhoff den Gasbrenner an den trockenen Baum gehalten, der rund vier Wochen im Feuerwehrgerätehaus gestanden hatte, und schon stand der ganze Baum in Flammen. 35 Sekunden danach war der Weihnachtsbaum komplett verbrannt. Die Sekunden hatten die Kinder laut mitgezählt. Länger dauerte es beim zweiten Baum, der draußen gestanden hatte und entsprechend feuchter war. Damit auch dieser Baum komplett verbrannte, musste ihn Manfred Austerhoff gleich zweimal mit dem Gasbrenner entzünden.

Nur wenige Sekunden dauerte es, bis der trockene Weihnachtsbaum in Flammen stand.

Staunend beobachteten die jungen Feuerwehrleute, wie schnell sich das Feuer ausbreitete.


„Ich finde, ihr habt das wirklich toll gemacht“, lobte Marina Austerhoff am Ende der aufregenden Gruppenstunde ihre Kinderfeuerwehrleute. Die durften dann wieder in die Feuerwehrautos einsteigen und zurück zum Gerätehaus fahren.
Dankesworte hatte Austerhoff auch für die Mitglieder des Löschzugs Hoetmar: Insgesamt zehn waren im Einsatz, um die Übung für die Kinderfeuerwehr möglich zu machen. Und selbstverständlich sei es ein großer Glücksfall, dass man in einem Haus üben dürfe, das ohnehin schon bald abgerissen werde, dankte Marina Austerhoff.

Quelle: Die Glocke

Link "Westfälische Nachrichten"

Sonntag, 23. Februar 2020

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