Feuerwehr trainiert Großtierrettung

Pferde gibt es in Warendorf bekanntlich ja jede Menge. Nicht nur aus Fleisch und Blut, sondern auch aus Kunststoff. Mit „Sam“ war am Samstag 14.09.2019 ein ganz besonderes Kunststoff-Pferd in Warendorf zu Gast.

Denn mit dem lebensgroßen Modell eines Pferdes zeigte sein „Halter“, Lutz Hauch aus Aldenhoven im Kreis Düren, 18 Kameraden aus den Löschzügen des Stadtverbandes Warendorf und der Feuerwehr Sassenberg, wie man im Falle eines Falles Großtiere aus einer Misslichen Lage befreit.
Etwa, wenn ein Pferd vom Weg abgekommen ist und sich, etwa weil es verletzt ist, nicht mehr selbst aus einem Graben herauskommt oder auch nicht mehr auf seinen eigenen Hufen in den Pferdeanhänger gebracht werden kann.
In Deutschland sind derartige Lehrgänge für Feuerwehren noch recht selten. Lutz Hauch war selbst Berufsfeuerwehrmann und hat sich vor einigen Jahren in Österreich zum zertifizierten Großtierretter ausbilden lassen, kennt sich also bestens aus mit den Techniken und der Technik. Denn die Standartausrüstung der Feuerwehren reicht bei der Großtierrettung maximal für den Behelf, weiß der Profi: „Oft werden dann Feuerwehrschläuche eingesetzt, die sind aber nicht gut geeignet“, verweist Hauch auf spezielle Hebegurte, die stabil genug und ausreichend breit sind, um das Tier bei seiner Rettung nicht noch weiter zu verletzten. Die Warendorfer Wehr hat vorgesorgt und vor geraumer Zeit entsprechendes Material beschafft.
In einer theoretischen Einweisung in die Grundlagen der Technischen Großtierrettung vermittelte Hauch den Einsatzkräften das Verhalten der Tiere in Stresssituationen und zeigte verschiedene Möglichkeiten, an die Tiere
heranzugehen und sie mittels verschiedener Werkzeuge für die Rettung vorzubereiten. Wichtig dabei: Abstand halten. Denn ein ausschlagendes Pferdebein ist länger als man vermutet, und auch ein umherschlagender Kopf kann schnell gefährlich werden: „Der wiegt schnell 50 Kilogramm“, warnt Hauch.
Das gezielte Vorgehen wurde anschließend an Übungspferd „Sam“ geübt. Damit alles reibungslos läuft, müssen die Einsatzkräfte bei der Großtierrettung verschiedene Rolle einnehmen. So behält der Einsatzleiter den Überblick, ein Gerätemanager holt das geforderte Material an die Einsatzstelle, und nur der Trupp am Pferd bewegt sich, gemeinsam mit dem Tierarzt, in der Nähe des Tieres, das nach und nach mittels Schlaufen gesichert wird. Um nicht nah an das Pferd herangehen müssen, besteht das Material aus verschiedenen Haken und Stangen, mit denen das Einfädeln der Gurte geschehen kann. Auf einer großen Kunststoffplatte kann das so „verschnürte“ Tier in den meisten Fällen mittels Muskelkraft der Einsatzkräfte gerettet werden. Das Hebegestell und ein Kran seien nur selten notwendig, erläuterte Hauch. Und so gelang es dann den Einsatzkräften am Samstag auch „Sam“ aus dem Holzbach hinter dem Gerätehaus in Sicherheit zu bringen. Mit den erlernten Techniken können auch weitere Großtiere, beispielweise Rinder, tiergerecht und sicher gerettet werden.

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Donnerstag, 14. November 2019

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