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Aus der Not geboren
Regelrecht »aus der Not geboren« wurde der Hoetmarer Löschzug. So heißt
es im Protokoll zur Werbeversammlung für die Freiwillige Feuerwehr
Hoetmar am 5. Oktober 1919 im Saale der Witwe Kramer: »Die bei dem Brand
in Gebäuden des Herrn Joseph Huerkamp im September dieses Jahres
gemachten Erfahrungen ließen die Verbesserung des Feuerlöschwesens in
Hoetmar wünschenswert erscheinen«. Also beschlossen die 38 Anwesenden
die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr und schritten auch gleich zur
Wahl eines vorläufigen Brandmeisters und der
Den ersten »heißen« Einsatz verzeichnet die Chronik dann am 29. April 1921, als um die Mittagszeit die Scheune des Landwirtes Löckmann in Brand geriet und das Feuer auch die übrigen Hofgebäude bedrohte. In immerhin nur 20 Minuten waren die Hoetmarer an der viereinhalb Kilometer vom Dorf entfernten Brandstelle angelangt, wo sie das Feuer erfolgreich bekämpften. Das wiederum war Landwirt Löckmann eine Spende von 100 DM wert; auch hierin ist die Chronik sehr genau. Eben so wenig verschweigt sie, dass die Hoetmarer auch anderer »Brände sehr wohl zu löschen wussten. So beschlossen sie in ihrer Generalversammlung am 21. Januar 1922 im Saale des Kameraden Bernhard Bisping, am 5. Februar bei Kramer ein Winterfest durchzuführen. Es sollte mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken und der Aufführung von drei Theaterstücken - gemeint waren wohl eher drei Sketche, nur, dass man damals des »Neudeutschen« noch nicht so recht mächtig war - beginnen und um halb acht abends mit dem Ball in seine »heiße Phase« treten. Ein sehr pflichtbewusster Schriftführer berichtet bereits am Tag nach dem Fest 6. Februar, in der Chronik: »Das gestern abgehaltene Winterfest verlief programmgemäß. Nachdem Brandmeister Lölfer die Erschienenen begrüßt und für das zahlreiche Erscheinen gedankt hatte, richtete er einen Appell an die Frauen und Mütter, ihre Männer bzw. Söhne doch regelmäßig zu den Übungen zu entsenden. Erst in früher Morgenstunde verabschiedeten sich die mutigen Wehrleute.« Und so erzählt die Chronik weiter, von Einsätzen und Teilnahmen an Kameraden-Begräbnissen, von Versammlungen und Sommer- und Winterfesten, locker, manchmal etwas holprig, doch immer spricht aus den Zeilen das Herz der Männer, die sich in ihrem Hoetmar dem Kampf gegen das Feuer verschrieben haben.
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